In der Bauindustrie werden immer mehr Maßnahmen zur Erhöhung des Nutzerkomforts bei gleichzeitiger Reduzierung der Luftverschmutzung diskutiert. So lautet einer der Leitgedanken der nachhaltigen Entwicklung. Zu diesem Zweck können neue und bestehende Anlagen zertifiziert werden, wobei zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden. Im folgenden Artikel werden verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Zertifizierung von Gebäuden beantwortet.

Was ist ein multikriterielles Bewertungsverfahren?

Es können verschiedene Gebäudetypen, z.B. Büro-, Wohn- oder Industriegebäude, gleichermaßen als Neubauten oder im Bestand, zertifiziert werden. Die Zertifizierung ist ein mehrstufiger Prozess. Viele Anforderungen müssen dabei erfüllt werden. Es werden verschiedene Eigenschaften des Gebäudes bewertet, darunter Baumaterialien, Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer, Energieverbrauch sowie Gebäudemanagement.

Alle Anlagen – Aufteilung nach Zertifizierungssystemen

 

Die häufigsten Gebäudebewertungssysteme

Derzeit können in Polen fünf Zertifikate beantragt werden, obwohl es in der Welt noch mehr davon gibt und der Erhalt dieser Zertifikate nicht obligatorisch ist. Die häufigsten sind LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method). Beide Zertifikate werden in Polen bereits seit über 10 Jahren vergeben. Weitere Gebäudezertifikate sind zum Beispiel DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), HQE (Haute Qualité Environmentale) und WELL BUILDING STANDARD.

Zertifizierung BREEAM

Dies ist ein multikriterielles Bewertungssystem, das 1990 in Großbritannien entwickelt wurde. Es basiert auf europäischen Normen. Aus diesem Grund wird es in Europa häufiger verwendet als LEED.

Reduzierter Energieverbrauch

Das Bewertungssystem innerhalb der BREEAM-Zertifizierung ist in 10 Hauptkategorien unterteilt. Jede Kategorie betrifft einen anderen Bereich, der mit dem Leben des Gebäudes und seiner Umgebung zu tun hat. Die höchste Punktzahl, fast die Hälfte, kann durch die Erfüllung der Anforderungen in den Bereichen Energie, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Management erreicht werden.

ENERGY

Bei der ersten der oben genannten Kategorien handelt es sich um den Energiefluss in einem Gebäude. In dieser Gruppe sind Aufgaben zu finden, die sich auf den Verbrauch von elektrischer und thermischer Energie und deren Optimierung beziehen. Unter diesem Punkt versteht man die Energie für das Heizen und Kühlen der Anlage sowie für die künstliche Beleuchtung. Ein wichtiges Thema ist die Messung des Verbrauchs und die Nutzung verschiedener erneuerbarer Energiequellen, wie zum Beispiel eine eigene Photovoltaikanlage. Punkte können durch die Verwendung von Lampen mit niedrigem Stromverbrauch und intelligenten Steuerungen gesammelt werden, bei denen jeder Benutzer das Licht an seine Bedürfnisse anpassen kann.

HEALTH AND WELLBEING

In der Kategorie HEALTH AND WELLBEING wird der Komfort der Gebäudenutzer untersucht. Hier werden auch Fragen zur Zufriedenheit mit den thermischen sowie den Lichtverhältnissen zusammengefasst. Das Wohlbefinden hängt auch mit der Luftqualität in Innenräumen zusammen, für deren Überwachung und die Aufrechterhaltung eines angemessenen Niveaus ebenfalls Punkte vergeben werden. Die Kategorie umfasst auch eine Bewertung der Wasserqualität im Gebäude.

MANAGMENT

In der Kategorie Management werden Anforderungen an das Projektmanagement, das Baumanagement für Neubauten sowie die Funktionalität bestehender Anlagen und deren Instandhaltung geprüft.

POLLUTION

Eine wichtige Kategorie, deren Elemente auch die Bewohner des Gebäudes sowie die weitere und nähere Umgebung betreffen, bezieht sich auf Verschmutzungen. Sie können mit vielen Elementen zusammenhängen, z. B. mit dem in der Klimaanlage verwendeten Kältemittel, der Reduzierung des Stromverbrauchs, der verwendeten Wärmequelle oder der Beleuchtung. Für die Verwendung von Leuchten, die die Lichtverschmutzung in der Nacht minimieren, können zusätzliche Punkte vergeben werden.

BREEAM integriert auch Kategorien, die sich auf die beim Bau verwendeten Materialien (MATERIALS), das Abfallmanagement und die Abfalltrennung (WASTE), die Umweltanalyse (LAND USE & ECOLOGY), den Wasserverbrauch und die Messung von Wassermanagementsystemen (WATER) sowie den Transport rund um die Anlage (TRANSPORT) beziehen und prämiert zusätzliche, überdurchschnittliche Lösungen innerhalb der Anlage (INNOVATION).

Es ist jedoch zu beachten, dass in jeder Gruppe bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen, um überhaupt eine Zertifizierung beantragen zu können.

Zertifizierung LEED

Im Jahr 2000 wurde das erste Gebäude mit dem LEED-Programm ausgezeichnet. Die vergebende Stelle ist der Green Building Council aus Amerika. Diese Zertifizierung wird weltweit breit eingesetzt.

Bestandteile der Bewertung

Insgesamt sind sieben Kategorien zu prüfen. Diese ähneln jenen Kategorien, auf denen das europäische Bewertungssystem basiert.

Hier unterscheiden wir unter anderem eine Gruppe von Fragen, die mit Energie und Atmosphäre zu tun haben (ENERGY AND ATMOSPHERE). Die hierin enthaltenen Anforderungen beziehen sich auf die Optimierung des Energieverbrauchs und die Erzeugung von Energie aus alternativen Quellen. Zusätzlich kann das Gebäude, wenn es über sehr energieeffiziente Leuchten verfügt, wie z. B. automatisch gesteuerte Lampen mit LED-Technologie, zumindest ein paar Extrapunkte erhalten.

Eine der wichtigsten Kategorien bei der LEED-Zertifizierung ist die Umweltqualität in Innenräumen (INDOOR ENVIRONMENTAL QUALITY). Unter diesem Begriff versteht man Fragen im Zusammenhang mit dem Benutzerkomfort des Gebäudes. In erster Linie betreffen sie die Beleuchtung, sowohl Tageslicht als auch Kunstlicht, die die Arbeitsbedingungen und das Gebäudeumfeld beeinflusst. Darüber hinaus werden in dieser Kategorie Mindestanforderungen an die Raumluftleistung und den thermischen Komfort gestellt.

Die multikriterielle Bewertung des U.S. Green Building Council umfasst auch Gebäudeeigenschaften in Bezug auf Wasser (WATER EFFICIENCY), nachhaltige Standorte (SUSTAINABLE SITES) und regionale Politik (REGIONAL PRIORITY). Darüber hinaus können zusätzliche Punkte in der Kategorie Innovation(INNOVATION) gewonnen werden.

Wie bei BREEAM sind für die Beantragung einer LEED-Zertifizierung kritische Punkte, d.h. bestimmte Mindestanforderungen, zu erfüllen.

Welche Möglichkeiten bestehen für den Erwerb von BREEAM- und LEED-Zertifizierungen?

Die Zertifizierung ist ein mehrstufiger Prozess. Das Zertifizierungsverfahren variiert je nach Art des zu bewertenden Gebäudes. Die Bewertung in beiden Systemen ist für verschiedene Gebäudetypen möglich. Zu beachten ist auch, dass der Zertifizierungsprozess die Teilnahme einer qualifizierten Person, eines Gutachters zur Überprüfung der ausgefüllten Unterlagen sowie zur Überwachung des Bau- oder Modernisierungsprozesses etc. erfordert.

Neu errichtete Gebäude

Auch für erst geplante Gebäude können LEED- und BREEAM-Zertifikate beantragt werden. Sie umfassen alle Phasen der Entstehung eines bestimmten Gebäudes, angefangen vom Entwurf über den Bau bis hin zur Abnahme und Übergabe zur Nutzung.

Bei Neubauten kann bereits zu Beginn, noch in der Entwurfsphase, eine Zwischenbewertung eingeholt werden. Auf der Grundlage der Erklärung des Investors, die Informationen über die geplante Umsetzung der gegebenen Annahmen enthält, wird ein vorläufiger Bescheid (Zwischenbewertung) ausgestellt.

Anhand der Bewertung in der Entwurfsphase lässt sich zeigen, dass die Investoren auf umweltfreundliche Lösungen achten und sich um den zukünftigen Komfort und die Gesundheit der Gebäudenutzer kümmern. In diesem Fall wird der gesamte Bauprozess kontrolliert und die Bewertung nach der Abnahme von Gebäuden auf unbestimmte Zeit erteilt.

Bestehende Gebäude

Sowohl die Zertifizierung nach BREEAM als auch nach LEED kann für bestehende Anlagen vergeben werden. In beiden Fällen muss das Gebäude länger als 1 Jahr in Betrieb gewesen sein. Die Laufzeit des Zertifikats unterscheidet sich jedoch von denen, die für Neubauten gewährt werden.

Die BREEAM-Bewertung muss jährlich überprüft werden, und nach einem Zeitraum von drei Jahren ist ein Re-Audit erforderlich. Die LEED-Zertifizierung hingegen wird für 5 Jahre erteilt, danach muss sie erneuert werden.

Bei der Zertifizierung von Bestandsgebäuden geht es darum, die mit dem Gebäude verbundenen Betriebskosten, insbesondere die Stromkosten, zu senken. Darüber hinaus werden Bereiche für Verbesserungen und Modernisierungen hervorgehoben.

Andere Anlagen

Beide Zertifizierungssysteme bieten auch Bewertungen für andere Gebäudetypen und Konzepte
(weitere Informationen finden Sie auf der Website LEED).

Wofür sollten Sie sich entscheiden, LEED oder BREEAM, oder vielleicht sogar für beide?

LEED und BREEAM sind ähnlich, was die Bewertung neuer Gebäude in verschiedenen Kategorien sowie die Kosten für die Zertifizierung angeht. In beiden Fällen sind die Kosten für einen qualifizierten Berater, durchgeführte Analysen und Simulationen sowie das Zertifikat hinzuzurechnen.

Wo liegen die Unterschiede?

Für bestehende Gebäude sind die Kosten für eine LEED-Zertifizierung aufgrund der 3-monatigen Überwachungsperiode für die Innenraumbedingungen höher. Unterschiede sind auch in der Grundlage zu erkennen, auf der die beiden Zertifikate beruhen. LEED ist an die amerikanischen ASHRAE-Normen angepasst, die restriktiver sind, während BREAM auf europäischen Normen basiert. Darüber hinaus sind die Punkte, die für überdurchschnittliche Innovationen vergeben werden, bei der BREEAM-Zertifizierung (10 Punkte) deutlich höher als bei LEED (4 Punkte).

10 Punkte

So viele Punkte können Sie für überdurchschnittliche Innovationen bei der BREEAM-Zertifizierung erhalten

Interessant ist, dass ein Gebäude beide Zertifikate auf einmal haben kann. Zu den Vorteilen gehört die Gewissheit, dass das betreffende Gebäude im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung funktioniert und dass die Bedingungen für seine Nutzer komfortabel sind.

Eine moderne LED-Beleuchtung kann Ihnen dabei helfen, eine bessere Bewertung zu erhalten

Natürliche und künstliche Beleuchtung in einem zertifizierten Gebäude sind sehr wichtig. Insbesondere über die Auswahl nicht-natürlicher Lichtquellen kann die Endpunktzahl deutlich erhöht werden.

Wie ist das möglich?

Dies liegt darin begründet, dass insbesondere die Beleuchtung in LED-Technologie eine Lösung ist, die im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung deutlich weniger Energie verbraucht. Dies führt zu einer Reduzierung der Schadstoffemissionen. Darüber hinaus erhält der Einsatz von Lichtsteuerungen zusätzliche Punkte bei der Zertifizierung, da eines der Kriterien beider Bewertungssysteme die Möglichkeit der individuellen Bedienung der Beleuchtung durch jeden Nutzer ist. Dies trägt zu einer komfortableren Arbeitsumgebung bei. Damit verbunden ist auch eine Blendungsreduzierung am Arbeitsplatz und eine angepasste Lichtstärkeverteilung. Die Steuerung ist auch für die Benutzeraktivität wichtig. Sie ermöglicht die Leistungsreduzierung bei Abwesenheit und den standardmäßigen Lampenbetrieb im Normalbetrieb.

Neben der Innenbeleuchtung sind auch die Außenbeleuchtung und die Reduzierung der Lichtverschmutzung in der Nacht wichtige Punkte bei der Zertifizierung. Hier ist zu beachten, dass richtig montierte Leuchten die Lichtleistung über das Grundstück hinaus begrenzen, um die Lichtverschmutzung in der unmittelbaren Umgebung zu reduzieren.

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Vorteile bei der BREEAM- und LEED-Zertifizierung

Mit der Zertifizierung von Gebäuden sind viele positive Eigenschaften verbunden.

Bei LEED und BREEM ist zu beachten, dass die Bewertungen von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben werden. Dadurch wird der Einsatz von Lösungen im Gebäude gewährleistet, diekomfortable Arbeits- und Lebensbedingungenbieten und gleichzeitig die Produktivität der Mitarbeiterund die Genauigkeit der ausgeführten Aufgaben im Falle von Industrieanlagen erhöhen. Zudem besteht ein erheblicher Vorteil in der Nutzung verschiedener Möglichkeiten zur Reduzierung der Kosten für die Instandhaltung der Anlage, insbesondere beim Stromverbrauch. Außerdem ist es klar, dass das Zertifikat den Wert der Immobilie erhöht. Dies bringt einen zusätzlichen Nutzen in Bezug auf das Image.

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